Seminar: "Kunst, die Wissen schafft" im WiSe 2019/20

Datum / Dauer:
27. - 31. Januar 2020
Zeit:
10:00 - 17:00
Ort:
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Marlene-Dietrich-Allee 11
14482 Potsdam
Anmeldung bis :
21.10.2019

 

Seminar: Kunst, die Wissen schafft

 

Dozentin: Regina Wuzella

Beteiligte externe Partnerin: FONTE-Stiftung

Studiengänge: IKF - Institut für künstlerische Forschung

Kurssprache Deutsch und Englisch

Zeit & Ort: Vortreffen: 29. Oktober 2019 15:00 Uhr Raum 4310

BLOCK: Projektwoche 27.01. – 31.01.2020

10:00-17:00 Uhr: Raum 4313

(Exkursionen und Treffen in Berlin: Details folgen)

Offen für: alle Studierende

Maximale Teilnehmer*innenzahl: 12

Leistungspunkte: 2 SWS/ 1 ECTS

Anmeldung: r.wuzella(at)filmuniversitaet.de bis 21.10.2019

 

 

Beschreibung: 

Kritische Selbstbefragung (natur-)wissenschaftlicher Forschung und Entgrenzung der Künste in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts bieten die Voraussetzung für den immer höheren Stellenwert, den der Diskurs um künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung einnimmt. Techniken und Darstellungsformen ästhetischer Praxis werden neben sprachgebundenen Wissensformen für die Genese und Analyse kultureller Ordnungen und Produktionsprozesse immer bedeutsamer. Gleichzeitig nähert sich die virtuelle Welterzeugung respektive Visualisierungen im Gebrauch technologisch-medialer Werkzeuge in den Bereichen Kunst und Wissenschaft auf neuartige Weise einander an. Vor allem jüngere Strömungen der Konzeptkunst: die Eco-Art oder Bio-Art, die aus der Environmental oder Earth Art der 1960/70er hervorgehen, arbeiten selbst oft in laborartigen, experimentellen Umgebungen, wie man sie aus dem wissenschaftlichen Bereich kennt. Frühe künstlerische Installationen von Beuys bis hin zu heutigen virtuellen Simulationen – vor allem der Eco-Art – übersetzen ökologische Daten in sinnliche Erfahrungsräume (Beispiel Klimawandel).

 

Im Rahmen des Seminars soll anhand von Text- und Werkanalysen in Form von Exkursionen (HKW, Art Laboratory Berlin etc.) gemeinsam über das Potential im bereits bestehenden Feld künstlerischer Forschung nachgedacht werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf künstlerische Praktiken gelegt, die sich inhaltlich auf ökologische Themen beziehen und das prozesshafte Experimentieren als Teil der Arbeit selbst ausweisen.

 

Folgenden Fragestellungen soll nachgegangen werden: Wie sind künstlerische und szientifische Techniken abgrenzbar beziehungsweise ist diese Fragestellung selbst schon überholt? Welche möglichen neuen Klassifizierungssysteme sind hier sinnvoll, welche überholt, welche notwendig? Welchen ästhetischen Wert haben wissenschaftliche virtuelle Systeme? Und welche epistemologischen Beiträge können künstlerische Bild- und Welterzeugungsmodelle hervorbringen? Welche neuartigen Wissensformen werden geschaffen, wenn die Grenzen zwischen scheinbar eindeutig voneinander abgrenzenden Begriffspaaren wie Ästhetik/Technik oder Kunst/Wissenschaft brüchig werden?

 

Das Seminar ist für alle Studierenden offen; Voraussetzung ist die Bereitschaft des Lesens wissenschaftlicher Texte (deutsch- und englischsprachig), Interesse an Museumsbesuchen und dem gemeinsamen Reflektieren zum künstlerischen Forschen. Das Seminar findet in Potsdam und Berlin statt und hat exkursionsartigen Charakter.

 

Regina Wuzella studierte Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und Paris Nanterre X und zudem Konzept Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Sie war Junior-Fellow am IKKM (Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie) der Bauhaus-Universität Weimar und in diesem Rahmen für einen Forschungsaufenthalt an der UC Berkeley, Californien. Sie arbeitete sowohl im Ausstellungsbereich, als wissenschaftliche Mitarbeiterin im akademischen Bereich und hat eigene künstlerische Projekte umgesetzt.